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Weissenhof-Wild Card geht nach Russland
Eine Woche lang kämpften rund 450 Nachwuchs-Tennisspieler aus aller Welt um die Titel
beim Mercedes Jugend Cup in Renningen und Rutesheim. Neben schicken Pokalen des Heimerdinger Künstlers
Dirk Speckter und Punkten für die Europarangliste gab es für die Jungen der Altersklasse U16 einen
ganz besonderen Preis: Der Sieger darf mit einer Wild Card nächstes Jahr auf dem Stuttgarter Weissenhof
beim Mercedes Cup in der Qualifikation antreten, also bei einem echten Profiturnier spielen. Ergattert
hat diese Wild Card der Russe Aleksey Vatutin. Der junge Mann aus Wolgograd setzte sich im gestrigen
Finale gegen Matthias Wunner aus Nürnberg mit 6:2, 6:3 durch. Für Wunner war es bereits die zweite
Finalniederlage beim Mercedes Jugend Cup: Letztes Jahr verlor er im Endspiel der U14.

Dort standen dieses Jahr bei den Jungen zwei Deutsche: Michael Bogner aus Amberg und Tim Wrede
aus Norderstedt. Dabei sah es zunächst nach einer klaren Angelegenheit für Bogner aus, doch nach dem 1:6
kämpfte sich Wrede mit 6:3 wieder zurück ins Match. Im dritten Satz drehte aber der rund einen halben
Kopf kleinere Bogner den Spieß wieder um und siegte am Ende mit 6:1, 3:6, 6:1.
Ein rein osteuropäisches Finale gab es zum vierten Mal in Folge bei den Mädchen U14: Olga Ianchuk
aus der Ukraine traf hier auf die Bulgarin Botusharova. Diese war als Mitglied des ITF Junior Teams
zum Mercedes Jugend Cup angereist, ein Sponsorprogramm des Tennis-Weltverbandes, bei dem
Jugendlichen aus finanziell schlecht aufgestellten Landesverbänden die Chance bekommen
internationale Turniere zu spielen. In den vergangenen drei Jahren hatten die „ITFler“ immer
mindestens einen Einzel-Titel abgeräumt, dieses Jahr reichte es nur zu zwei Siegen im Doppel.
Denn Botusharova unterlag Ianchuk glatt mit 3:6 und 3:6.
Erstmals seit fünf Jahren hatte es bei den Mädchen U16 wieder eine Deutsche ins Finale
geschafft. Anna Klasen aus Gifhorn war zu Wochenbeginn mit ihrem älteren Bruder, der
jüngeren Schwester und der Mutter angereist. Während die Schwester in der Qualifikation
ausschied, gewannen Anna und Bruder Friedrich Runde um Runde. Zu viel für die Mutter, denn
die musste nach Hause, um am ersten Schultag der jüngsten, dritten Tochter auf dem Gymnasium
dabei zu sein. Und so hatten Anna und Friedrich schon die Rückreise mit dem Zug geplant.
Doch nachdem die knapp 15-Jährige das Finale erreicht hatte, kam nun doch die ganze Familie
noch mal nach Renningen. Allerdings nicht mit dem erhofften Erfolg: Anna Klasen verlor das
Finale gegen die Nummer 11 der Europarangliste, die Russin Maria Biryukova. Die feierte
damit den bislang größten Erfolg ihrer Karriere und steht ab Mittwoch dann sicher unter
den Top 10 Europas.

Dort befindet sich der Mercedes Jugend Cup längst: „Das Turnier sucht unter den deutschen
Jugendturnieren sicher seines gleichen“, meinte Carsten Eberhardt vom Co-Sponsor Head.
Und auch Wolfgang Schindler vom Hauptsponsor Mercedes Benz – Niederlassung Stuttgart,
Center Leonberg, war voll zufrieden: „Wir würden uns sehr freuen, das Turnier auch im
nächsten Jahr wieder unterstützen zu können“, meinte er bei der Siegerehrung.
Fast schon symbolisch lachte dazu am Finaltag die Sonne über der Anlage des TSC
Renningen. Es spricht alles dafür, dass sich der Mercedes Jugend Cup in den
nächsten Jahren weiter in der Spitze der europäischen Jugendturniere etablieren wird.
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